Konflikte ums Wasser: Eine wachsende Herausforderung

Wasserkonflikte

Die Zahl der Wasserkonflikte steigt weltweit. Besonders in Asien sind die meisten Fälle dokumentiert, doch auch Europa bleibt nicht verschont. Eine Analyse des Pacific Institutes zeigt, dass in den ersten Jahren des aktuellen Jahrzehnts bereits mehr Wasserkonflikte registriert wurden als im gesamten Zeitraum von 2010 bis 2019. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Wasser nicht nur eine überlebenswichtige Ressource ist, sondern auch zunehmend zu einem umkämpften Gut wird.

Ursachen der wachsenden Wasserkonflikte

Das globale Bevölkerungswachstum und der Klimawandel verstärken die Wasserknappheit und damit verbundene Spannungen. Besonders ärmere Regionen leiden unter den Auswirkungen von Dürren und Trockenperioden. Dabei lassen sich verschiedene Typen von Wasserkonflikten unterscheiden:

  • Casualty: Wasserressourcen oder Wassersysteme werden durch Konflikte zerstört oder absichtlich als Ziel von Gewalt genutzt.
  • Weapon: Wasser wird als Waffe in Konflikten eingesetzt. Dazu gehört beispielsweise die gezielte Sabotage von Wasserinfrastrukturen.
  • Trigger: Konflikte entstehen durch die Kontrolle über Wasser, den Zugang zu Wasser oder generelle Wasserknappheit. Ökonomische oder physische Einschränkungen können gewalttätige Auseinandersetzungen auslösen.

Wasserkonflikte: Europa bleibt nicht verschont

Während Wasserkonflikte häufig mit Regionen in Asien oder Afrika in Verbindung gebracht werden, steigt auch in Europa die Anzahl der Streitigkeiten um Wasser. Die Kombination aus Klimawandel, ungleich verteilter Wasserversorgung und steigender Nachfrage führt zu immer mehr Spannungen zwischen Ländern, Regionen und verschiedenen Interessengruppen.

Wasserkonflikte

Wasserkonflikte in Zahlen

Die Anzahl der Wasserkonflikte, wie auf Statista zu lesen ist, hat in den letzten Jahren weltweit zugenommen. Besonders betroffen ist Asien, wo die Konfliktfälle von 116 (2000-2009) auf 389 (2010-2019) und schließlich auf 410 (2020-2023) gestiegen sind. In Afrika zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Anstieg: Von 63 Konflikten (2000-2009) auf 150 (2010-2019) und zuletzt 184 (2020-2023). Lateinamerika und die Karibik verzeichneten einen Anstieg von 18 (2000-2009) auf 61 (2010-2019) und schließlich 96 Konflikte (2020-2023).

Auch in Europa ist die Zahl der Wasserkonflikte stark gestiegen: Von nur 13 Fällen (2000-2009) auf 19 (2010-2019) und dann auf 89 (2020-2023). Nordamerika zeigt eine geringere, aber dennoch wachsende Zahl von Konflikten mit 7 (2000-2009), 6 (2010-2019) und 10 (2020-2023). Australien und Neuseeland verzeichnen nur vereinzelte Fälle mit 2 dokumentierten Konflikten.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Wasserkonflikte in fast allen Regionen der Welt zunehmen, wobei insbesondere Asien und Afrika stark betroffen sind. Auch Europa verzeichnet eine besorgniserregende Entwicklung.

Wasser als politisches und wirtschaftliches Machtmittel

Die steigende Zahl der Wasserkonflikte zeigt, dass Wasser längst mehr ist als eine reine Lebensgrundlage – es ist ein geopolitisches Machtinstrument geworden. Die Entwicklung effektiver Strategien zur nachhaltigen Wassernutzung und fairen Verteilung wird entscheidend sein, um zukünftige Konflikte zu vermeiden. Die Daten des Pacific Institutes und weitere Statistiken zu diesem Thema sind im Statista-Report zur Ressource Wasser zu finden.


Titelbild © Sime Basioli via unsplash (Zugriff 24.03.2025)