Die rechtsradikale Gruppierung Proud Boys hat ihre Markenrechte an die Metropolitan African Methodist Episcopal Church in Washington, D.C., verloren. Oops! Dies ist Teil der Vollstreckung eines Schadensersatzurteils in Höhe von 2,8 Millionen US-Dollar, das der Kirche 2023 zugesprochen wurde.
Masturbationsverbot bei den Proud Boys
Hintergrund war die Zerstörung eines „Black Lives Matter“-Schildes vor der Kirche durch Mitglieder der Proud Boys während einer Pro-Trump-Kundgebung im Dezember 2020. Mit der Übertragung der Markenrechte kann die Kirche nun Einnahmen aus dem Verkauf von Waren mit dem Namen oder den Symbolen der Gruppe beschlagnahmen, und die Proud Boys benötigen ihre Zustimmung für künftige Verkäufe.
Gavin McInnes gründete 2016 in den USA die rechtsextreme, ausschließlich männliche Gruppierung Proud Boys. Sie propagieren eine Ideologie des „westlichen Chauvinismus“, lehnen Feminismus, Islam und Einwanderung ab und vertreten Verschwörungstheorien, wonach insbesondere weiße Männer in der westlichen Kultur bedroht seien.
Die Gruppe ist für Gewaltbereitschaft bekannt und war an mehreren rechtsextremen Demonstrationen sowie am Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 beteiligt. Ihre Mitglieder durchlaufen bizarre Initiationsriten, darunter das Schwören auf eine eingeschränkte Masturbation und das Tätowieren des Gruppennamens. Der derzeit bekannteste Anführer der Proud Boys ist Enrique Tarrio, ein Exil-Kubaner.
Exil-Kubaner leitet Faschistentruppe
Tarrio bezeichnet sich selbst als „American Supremacist“ und ist eine kontroverse Figur, da er trotz seiner lateinamerikanischen Herkunft an der Spitze einer Gruppe steht, die ideologisch mit White Supremacy assoziiert wird. Hier scheinen die Faschisten wohl kein Problem mit Diversität zu haben. Ob er aufgrund seines ausufernden Engagements für reiche weiße Rassisten von diesen besser behandelt wird als der durchschnittliche Migrant in den USA, ist nicht näher bekannt.
Enrique Tarrio wurde mehrfach festgenommen, unter anderem wegen Sachbeschädigung und seiner Rolle beim Sturm auf das Kapitol. Er wurde 2023 zu einer langen Haftstrafe verurteilt, jedoch von seinem Objekt der Begierde, Donald Trump, 2025 wieder begnadigt.
Hassverbrechen gegen Methodist Episcopal Church
Während einer Pro-Trump-Kundgebung begingen Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Proud Boys mehrere Straftaten gegen die African Methodist Episcopal Church, eine historisch schwarze Kirche.
Dabei rissen die Täter gewaltsam ein „Black Lives Matter“-Schild von der Fassade der Kirche und verbrannten es öffentlich. Enrique Tarrio, der damalige Anführer der Proud Boys, beteiligte sich an der Verbrennung des Schildes und postete später ein Foto von sich mit einem Feuerzeug in den sozialen Medien.
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Diese Handlungen wurden als Vandalismus und Sachbeschädigung eingestuft. Die Polizei bezeichnete den Vorfall als Hassverbrechen. Der Reverend Lanther M. Mills, Pastor der Kirche, verglich die Taten mit Kreuzverbrennungen und kritisierte, dass die örtliche Polizei nicht eingeschritten war.
Als Folge dieser Straftaten wurde der Metropolitan African Methodist Episcopal Church 2023 in einem Versäumnisurteil ein Schadensersatz in Höhe von 2,8 Millionen US-Dollar zugesprochen. Die jüngste Entscheidung, die Markenrechte an die Kirche zu übertragen, dient der Vollstreckung dieses Urteils.
Da die Proud Boys keine Zahlungen leisteten und nicht auf das Urteil reagierten, beantragten die Anwälte der Kirche im Dezember 2024 die Übertragung der Markenrechte. Das Gericht gab diesem Antrag statt, wodurch die Kirche nun die Kontrolle über den Namen und die Symbole der Proud Boys besitzt.
Gewinn von Proud Boys Merch geht an die Kirche
Pastor Rev. William H. Lamar IV betonte, dass die Kirche mit diesem Urteil ein Zeichen setzen wolle, dass solche Angriffe nicht unbeantwortet bleiben. Er erklärte:
„Wir lassen es nicht zu, dass Menschen uns verletzen und diese Verletzung unbeantwortet bleibt.“
Die Kirche ist nun in der Lage, die Einnahmen aus dem Verkauf von Waren der Gruppe zu beschlagnahmen. Und deren Nutzung des Namens und Symbols zu kontrollieren. Die Kirche darf alle Gewinne aus Verkäufen von Proud Boys-Merchandise einziehen.
Titelbildcredits: Pixabay